Cecilia - ein Traum im Hundepelz

Ich bin sicher, dass Lucy ihre Pfötchen im Spiel hatte als dann Cecilia in mein Leben trat. Denn als Cecilia geboren wurde fing Lucy`s Krebs an zu wachsen.

 

Eigentlich wollte ich ja meiner Freundin zu einem neuen 4-beinigen Begleiter verhelfen, denn auch sie verlor ihren Max an den Krebs. Wir fanden auch eine nette Frau, die 3 süße Golden Retriever Welpen hatte. Eine Hündin hatte schon neue Eltern und ein Pärchen war noch frei. Ideal, denn auch Max und Lucy waren jahrelang Freunde. Na gut, wenn es denn für mich ein Goldie Kind sein sollte!?!

 

Wir fuhren jeden 2. Tag die Kleinen besuchen und spielten und versorgten sie. Es war so schön neues Leben zu begleiten und zu beobachten wie sie sich entwickelten. 2 Tage bevor wir unsere Hundekinder mitnehmen wollten passierte es.

 

Wir waren wieder den ganzen Nachmittag bei der Züchterin und verbrachten die Zeit mit unserem Nachwuchs. Wir saßen abends im Welpenzimmer , fütterten die Fellknäule und erzählten. U.a. auch über unsere „Vorgängerhunde“.

 

Das Schicksal findet seinen Weg...

Plötzlich bekam ich eiskalte Hände und ein Krampfgefühl im Körper. Ich konnte „meine“ kleine Julchen nicht mehr anfassen. Sie sollte nicht mein Hund werden. Genauso überrascht und traurig wie die Züchterin und meine Freundin fuhr ich weinend nach Hause, denn ich wusste ja nicht wirklich was das zu bedeuten hatte.

 

Als ich nach Hause kam bearbeitete ich in Gedanken verloren meine E-Mails – und da passierte es. Ein Berner – Sennen – Kind hatte sich in meinen Computer geschummelt. Ich klickte es weg und bearbeitete meine E-Mails weiter. Wieder das Bernie-Kind. Wieder weggeklickt. Dann stöberte ich mit tränenden Augen und in Gedanken versunken an Julchen noch im Internet. Jetzt raten sie wer wieder auf der Bildfläche erschien…

 

Jetzt ignorierte ich sie nicht mehr und schaute wer mich da unbedingt kennenlernen wollte. Cecilia stammt aus der Nähe von Göttingen (warum auch nicht? Wahrscheinlich gab es in Berlin und Umgebung keine Bernies) und war mit Bruder und Schwester im Alter von 5 Monaten noch auf der Suche nach einer neuen Familie. Sollte ich keinen Welpen haben? Also nahm ich Kontakt zu ihren Züchtern auf und wir verabredeten uns zum Kennenlernen.

 

Durch Cecilia habe ich meine "innere Ruhe" lernen müssen...

Als wir dort ankamen war sofort klar, dass wir ohne unseren Krümel nicht mehr nach Hause fahren…

Cecilia kam wirklich aus dem „Mustopf“ und kannte gar nichts. Nach 3 Wochen entspannte sie sich endlich und ich konnte mit ihrer Sozialisierung anfangen. Natürlich verglich ich sie mit Lucy und Charlie aber ich ließ sie sich selbst entwickeln. Ganz im Bernie-Temperament.

 

Oh, wenn man gewohnt ist, dass man Wortsignale kaum ausgesprochen hat und diese dann schon ausgeführt waren, kann man bei Bernie-Temperamenten ganz schön an seine Grenzen kommen. Aber bei Krümelchen geht eben alles etwas Gemütlicher. Das ist das schwerste was ich je lernen musste.

 

Ohne Geduld, Ausdauer, Geduld, Ruhe und Geduld geht bei ihr gar nichts. Man sah bei ihr sogar die Sprechblasen wenn sie überlegte: „Wie war das? Ach so, Popo hoch und zu Mutti laufen!“ (Abrufübung!) mit Bernie – Attacke…

 

Was für eine Geduldsprobe (für mich). Aber wir haben es geschafft. Cecilia hat sich prächtig entwickelt (ist immer noch gemütlich, nie hektisch) und hat mir beigebracht, dass man auch mit Ruhe und Gemütlichkeit ans Ziel kommt. Wenn ich mal ein wenig „Trieb“ machen will, setzt sie sich hin und wartet bis mein „Anfall“ vorbei ist. Dann geht es ganz laaaangsam (Schaping-Syndrom) weiter.


Cecilia hat einen Job...

Sie ist eine tolle Begleiterin, Freundin, Mitarbeiterin und ist einfach nur ein Schatz. Dass sie mich gegoogelt hat steht außer Frage. Ich hoffe wir werden noch viele Jahre miteinander verbringen und vielen anderen Hundehaltern helfen ihre 4-beiner besser zu verstehen und zu Teams heranzuwachsen.

 

Sie kann uns allen lehren, dass man nicht immer hektisch umher rasen muss um irgendwas zu erreichen. Das Leben mit ihr ist wundervoll und man hat ganz lange was davon, wenn man anfängt die Momente zu genießen.

 

All denen, die wir bis jetzt ein Stück begleiten durften, bin ich zu Dank verpflichtet. Ich durfte durch euch wachsen und lernen. Ihr habt mich mit zu dem geformt, wer ich heute bin.