Ich schreib es mir von der Seele

Am 29.2.2015 hat meine über alles geliebte Cecilia ihre letzte Reise über die Regenbogenbrücke angetreten. So schwer es für mich auch ist, sie nicht mehr sehen und anfassen zu können, so bin ich doch auch erleichtert erkannt zu haben, dass sie hier bei mir ihre Aufgaben erfüllt hat. Nun hat sie endlich keine Schmerzen mehr. Das ist mein größter Trost.

 

Bereits am Tag zuvor wollte sie keine Energieanwendung mehr. Als ich sie bei der Buchung unseres Silvesterurlaubs fragte ob sie ihn noch mit uns erlebt, antwortete sie: „so oder so bin ich dabei“.

 

Sie passte auch den Zeitpunkt perfekt ab. So, wie sie es versprochen hatte, wenn Rosi aus dem Gröbsten heraus ist, wird ihre Zeit bei mir zu Ende sein.

 

Eine Woche bereitete sich meine hübsche Cecilia auf ihre Reise vor. Ihr Geruch veränderte sich und auch ihr Fell. Wir wussten es aber bereits ab dem Tag, an dem wir uns für Rosi entschieden haben. Nur der Tag war noch nicht definiert.

 

Vor 4 – 5 Wochen wollte sie nicht mehr berührt werden. Cecilia zog sich immer öfter zurück, sodass Rosi immer mehr in Ihre Aufgabe wachsen konnte. Manchmal hatte Cecilia Kraft sie zu unterstützen. Aber immer öfter eben nicht.

 

Die letzten 4 Wochen waren so schrecklich. Sie hatte immer öfter große Schmerzen und die Medikamente schlugen nicht mehr an. Vor 2 Wochen durfte ich sie wieder berühren. Sie hatte massive Verspannungen und ihr Körper fühlte sich total Fremd an.

 

Mit Energieanwendungen, Edelsteinen und Meditation konnte ich ihr etwas Linderung verschaffen. Aber egal wie schlecht es ihr auch ging, Cecilia hat immer ein Lächeln in ihrem hübschen Gesicht gehabt – ein Engel auf Erden. So muss man sie sich wohl vorstellen.

 

So viel hat sie mir beigebracht. Das wichtigste war:

-      Wie fühlt sich Liebe an

-      Genieße den Tag, das Hier und Jetzt

 

7 Jahre war meine Cecilia an meiner Seite. Nahezu täglich. Länger als ein paar Stunden waren wir (bis auf 2 oder 3-mal) nie getrennt. Alles war so vertraut. Und obwohl sie mir fehlt und mir alles zuschnürt, weil ich sie nicht mehr sehen kann, bin ich doch auch erleichtert. Ich kann ja immer noch mit ihr sprechen! Dazu später mehr.

 

Am 28.12. war sie morgens mit im Feld, als Rosi mit einem Freund verabredet war. Nachmittags hat sie die Runde nochmal mitgemacht. Die Enkelin meiner Nachbarin war dabei und Cecilia und Rosi haben noch mit ihr gespielt. Cecilia sah so glücklich aus. Das war unser letzter Spaziergang. Abends wollte sie nicht mehr mit. Das kam öfter vor und war doch irgendwie anders.

 

Am 29.12. um 6 Uhr bin ich von Rosi wie immer geweckt worden. Während ich mich anzog, warteten beide wie immer auf ihren Plätzen. Wenn ich die Futterbeutel vorbereitete kamen sie zu mir, weil es dann das 1. Frühstück gab. Cecilia musste vorher was zu essen bekommen aus gesundheitlichen Gründen und dann hat Rosi halt auch was bekommen.

 

Nur an diesem Morgen nicht. Cecilia rührte sich nicht. Als ich ihr den Schuh anziehen wollte, verkrampften sich alle Füße. Sie hatte so große Schmerzen. Dennoch wollte ich, dass sie wenigstens zum Pipi machen vor die Tür geht. Sie hatte sich nun bereits 15 Stunden nicht mehr gelöst.

Cecilia schaffte es nur bis vor die Tür und das war es dann auch. Zum Glück war mein Sohn noch zu Besuch. Er half mir Cecilia wieder rein zu bringen und ich ging mit Rosi allein unsere Bäckerrunde.

 

Es war alles anders und Rosi machte vieles, was Cecilia sonst tat. Ich teilte ihr mit, dass sie das nicht braucht, sie darf sein wie sie ist und sich immer verhalten. Cecilia bat ich auf mich zu warten.

Als wir nach Hause kamen wollte sie, dass ich den Tierarzt Dr. Widder aus Schönefeld einlade. Wir hatten ja mehrere Tierärzte und sie suchte ihn aus.

 

Dann bereitete ich alles vor. Sie wollte dass ich ihr das Halsband und die Edelsteinkette abnahm. Ich stellte eine Engelkerze auf und Engelfiguren. Und den Schneeflocken Obsidian, der sein Leben für sie vor einigen Jahren gab. Sie wünschte sich eine bestimmte Musik, damit ich ihr leises fiepen nicht höre. Dann schaute sie mich ein letztes Mal an und legte ihren Kopf in meine Hände, so wie ich es immer liebte. Cecilias Augen waren in diesem Moment ganz klar.

 

Zu ihrer Abschiedsfeier sollte auch unsere Nachbarin kommen. Dann kam der Tierarzt und Cecilia ging unter Schmerzen selbstständig und ganz allein auf ihre Lieblingsmatratze. Sie verabschiedete sich noch von jedem und legte sich dann so hin, dass ihr Gesicht von uns abgewandt war.

 

Dr. Widder gab ihr die Beruhigungsspritze. Es war wie bei Lucy. Wenn der Hund soweit ist, nehmen sie schon ihre Lieblingsposition ein. Mein Engel hatte so einen schwachen Kreislauf, dass es kaum noch nötig war die Überdosis zu geben. Es ging so schnell. Der Tierarzt nahm sie mit um sie an den Bestatter weiter zu leiten. Der rief bereits 2 Stunden später an um mir mitzuteilen, dass er Cecilia abgeholt hat. ER hat so viel Schönes von meinem besonderen Hund gehört. Es war sehr feierlich.

 

Jetzt wie angekündigt meine Gespräche. Ihre letzte Aufgabe für mich, ich sollte fühlen, wie sich Liebe anfühlt. Ich dachte immer ich kann nicht lieben und weiß nicht, wie sie sich anfühlt. Und sie sagte: „genau so ;-) wenn du von mir sprichst und deine Augen leuchten dabei. Das, was du gerade fühlst, das ist Liebe“.

 

Jedes Gefühl, das ich habe, wenn ich an sie denke, all das ist Liebe. Selbst, wenn ich sie manchmal gezwungen habe raus zu gehen, geschah es aus Liebe. Denn sonst wäre der Kreislauf schon viel früher zusammen gebrochen. Auch, wenn ich in den letzten Wochen immer öfter an meine eigenen Grenzen gekommen und meine letzten Kraftreserven mobilisiert habe, war das alles Liebe.

 

Ich bekam in der Nacht vom 29. auf den 30. Ein Bild von ihr. Cecilia hat Flügel und sitzt auf einer Wolke. Sie sieht aus wie immer nur ohne Schmerzen. Ihre Stimme ist wieder selbstbewusst und kraftvoll. Sie wollte mich wieder zum Lachen bringen.

 

Danke für 7 wundervolle Jahre, für jeden Tag den du bei mir gewesen bist!

 

Nun zu Rosi. So eine entspannte Begleiterin. Ein Traum. Körperlich fahren Rosi und ich alleine in den Urlaub. Alles ist wie für uns beide gemacht. Rosi und ich müssen jetzt unser neues Leben neu organisieren. Auch wenn wir schon eine Weile zusammen haben, mussten wir ja alles nach Cecilia ausrichten.

 

Was mir so leid tat. Am 30. war Rosi sehr traurig. Sie hatte Angst mir nicht zu genügen. Ich sagte ihr, sie hat es nicht nötig in Cecilias Fußstapfen zu treten. Rosi darf eigene Spuren in mein Herz bringen. Danach war sie deutlich fröhlicher.

 

Unser Ferienort ist wie für uns gemacht. Bis auf die Knallerei. Sogar in der Ferienanlage wurde geballert wie verrückt. Rosi hatte es soweit überstanden aber als die Nachbarhunde verrücktspielten, war es auch bei ihr vorbei. Den Jahreswechsel werden wir hier nicht nochmal verbringen. Ansonsten kann ich Prerow schon empfehlen.

 

So langsam fällt mir wieder ein, wie es ist mit einem Hund unterwegs zu sein, der Laufen kann. Rosi ist so ein Schatz. Sie kommt mit allen Artgenossen klar und passt ihr Verhalten an. Auch Menschen findet sie toll ohne aufdringlich zu sein.

 

Heute ist der 1. Januar2016 und wir starten in unser gemeinsames neues Leben. Wir werden die nächsten 2 Tage hier nutzen um viel zu erleben um gegenseitig Vertrauen aufzubauen und uns noch besser kennen zu lernen.

 

Ich freue mich auf unsere gemeinsame Zeit und bin glücklich wieder so einen tollen Begleiter an meiner Seite zu haben.

 

Wer mit seinem Hund verreisen möchte, sollte sich vorher überlegen was er möchte. Auch der Hund hat Bedürfnisse und auch die sollten selbstverständlich berücksichtigt werden.

Gerade unser derzeitiger Urlaub ist perfekt für Rosi und mich gemacht. Wir laufen durch die Ferienanlage, über die Dünen und sind direkt am Hundestrand. Zu dieser Jahreszeit sind Hunde übrigens am kompletten Strand erlaubt und dürfen sich „frei“ bewegen.

 

Voraussetzung ist allerdings, dass der 4 Beiner gut erzogen ist. Ein gut erzogener Hund lässt sich jederzeit abrufen, ist Leinenführig und belästigt weder Menschen noch andere Tiere.

 

Hunde haben ein Recht auf Erziehung. Was mir hier nicht gefallen hat ist, dass an Silvester in der kompletten Ferienanlage geknallt wurde. Ansonsten können Rosi und ich hier wunderbar am Strand laufen und durch den Wald zurück.

 

Wir können alles nutzen um Vertrauen aufzubauen und unser neues Leben auf die Reihe kriegen. Rosi ist so ein wundervoller Begleiter. Während der Fahrt hat sie neben mir geschlafen. Wir hatten Staus und waren 4 ½ Stunden unterwegs. Im Freilauf nimmt sie mit Artgenossen höflich Kontakt auf und angeleint beleibt sie wie selbstverständlich bei mir. Und sie orientiert sich immer und überall an mir. Traumhaft. Sie kann auch mal alleine hier bleiben, trotz fremder Umgebung, sodass ich in aller Ruhe das Auto ausräumen konnte.

 

Unsere heutige große Mittagsrunde haben wir im Nebel genossen. Es war nicht zu kalt und nahezu Windstill. Einfach herrlich. Rosi hat neue Bekanntschaften geschlossen und ich nutzte die Gelegenheit um sie zu beobachten und bei Bedarf zu unterstützen.

 

Ein paar Mal hat sie mich gesucht, weil sie beim Spielen die Orientierung verloren hat. Das nutzte ich um sie Abzurufen. Wir liefen bis zum Ende des Strandes um durch den Wald wieder en Rückweg zu genießen.

 

Ich habe selten so eine Stille erlebt. Alles fühlte sich so friedlich an. Spontan habe ich für Rosi und mich eine Meditation gezaubert. Abschied und Loslassen waren der 1. Teil und Zuversicht und neue Lebensfreude der 2. Teil. Jetzt sind wir bereit und vollständig aufeinander einzulassen.